Chronologie des Schriftwechsels mit den Stadtwerken Münster

Die Bürgerinitiative Igelbach ist der Ansicht, dass nach dem Starkregenereignis vom 28. Juli 2014 die mit einer notwendigen Gebäudetrocknung betroffenen Haushalte einen Sondertarif für die Gebäudetrocknung mit Hilfe elektrisch betriebener Trocknungsgeräte bekommen sollten.
Deswegen haben wir die Stadtwerke Münster GmbH freundlich um die Einrichtung eines Sondertarifs anlog zu dem Tarif für Industriekunden gebeten.
Neueste Informationen sind immer oben!

15.2.2016
In einem an die Bürgeriniative gerichteten Brief der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH wird mitgeteilt, dass man die Diskussion nach Austausch der Standpunkte am 1. Februar dort als abgeschlossen ansehe.

4.2.2016
Die Bürgeriniative Igelbach hatte die Geschäftsleitung der Stadtwerke wegen der Folgen des Starkregens vom 18. Juli 2014 zu einem Gespräch eingeladen.
So gab es am Abend des 1. Februar ein  kontrovers – engagiertes  Gespräch mit dem kaufmännischen Geschäftsführer und weiteren Mitarbeitern der Stadtwerke Münster GmbH. Die von der BI vorgeschlagene Teilnahme der Presse an diesem Gespräch war von Seiten der Stadtwerke nicht erwünscht. Vom Beginn an stand die massiv ablehnende Haltung der Stadtwerke  zu einem Nachlass auf die durch die notwendige Trocknung der Häuser entstandenen enormen Strommehrkosten im Mittelpunkt des Gesprächs. Die vielfältigen Argumente gegen die Gewährung eines (am 27.4.2015 versprochenen) kulanten Nachlasses haben die BI u.a. deswegen nicht überzeugt, weil das Unternehmen durch das Starkregenunglück einen Mehrumsatz in Millionenhöhe bei gleichzeitig sinkenden Einkaufspreisen an der Leipziger Strombörse realisieren konnte. Die Stadtwerke stellten insbesondere den aus ihrer Sicht möglichen Abrechnungsbetrug in den Vordergrund, weil Stromkunden, die gegen Elementarschäden versichert gewesen seien, versuchen könnten, sich das Geld doppelt erstatten zu lassen. Aus Sicht der BI ist der Bedarfsnachweis jedoch sehr einfach durch die Vorlage entsprechender Bescheinigungen der Versicherer möglich. Es wurde unter anderem behauptet, es sei leicht möglich, sich gegen Elementarschäden bei einem Versicherer „B“ unabhängig von einer bereits bestehenden Gebäudeversicherung beim Anbieter „A“ abzusichern. Deswegen könnten die Kunden die Stadtwerke betrügen, weil sie ggf. die zweite Versicherung verschweigen würden. Unabhängig von diesem abenteuerlichen und praxisfremden Konstrukt stellt man damit die eigenen Kunden unter den Generalverdacht der kriminellen Energie; denn dann dürften die auch nicht mehr selbst ihre Zähler ablesen. Immerhin wurde eingeräumt, dass das Angebot zur Unterstützung der Kunden bei der Auswahl eines günstigen Stromtarifs wohl eher unangebracht war und so nicht hätte formuliert werden dürfen. (siehe oben, 29. Juni 2015) Die Bürgeriniative ist enttäuscht über die unverändert starre Haltung der Stadtwerke und sieht die Nichteinhaltung der am 27. April 2015 in Aussicht gestellten Kulanzlösung als massiven Vertrauensbruch gegenüber den betroffenen Kunden an. Da noch rund 90% der Münsteraner Strom und Gas bei den Stadtwerken beziehen, hoffen die Mitglieder der BI, dass das erneute Gespräch für die Stadtwerke Anlass ist, endlich Kundennähe zu zeigen und die Situation wohlwollend zu überdenken.

5. 1.2016:
Die Stadtwerke melden sich und stimmen unserer Einladung zu. Herr Dr. Müller-Tengelmann ist zum Gespräch mit der BI bereit. Nach einer längeren Terminsuche wird der 1. Februar für ein Gespräch vereinbart.

23.12.2015:
Mit einem Brief hat die Bürgeriniative die Geschäftsleitung der Stadtwerke am 10. Dezember um ein persönliches Gespräch gebeten. Bisher blieb dieses Schreiben unbeantwortet. In diesem Gespräch soll u.a. über den Inhalt des WN Interviews von 21. November mit dem kaufmännischen GF gesprochen werden.

2. Juni 2015:
Das für spätestens Ende Mai angekündigte „Kulanzangebot“ der Stadtwerke liegt der Bürgeriniative bisher nicht vor. Mehrfache telefonische Ankündigungen wurden ebenfalls nicht eingehalten.
(Stand 28.6.2015)

Das „Angebot“ der Stadtwerke Münster GmbH erreichte die BI am 29. Juni 2015 mit folgendem Inhalt (Zitat):

Sehr geehrter Herr (…) ,
vielen Dank für das angenehme Telefongespräch. Wie versprochen erhalten Sie das Ergebnis unseres Gesprächs nun auch schriftlich.
Gern bieten wir allen Mitgliedern der Bürgerinitiative Igelbach unseren Beratungsservice an und ermitteln individuell auf Basis der jeweiligen Verbrauchsdaten den besten Tarif.

In der Regel ist unser günstigster Tarif der „Münster:garantiert 24 Monate“. Bei einem angenommenen Jahresverbrauch von 4.000 Kilowattstunden sparen Sie damit gegenüber dem Tarif Münster:ideal jedes Jahr rund 75 Euro Stromkosten.

Wir bitten Sie um Verständnis, dass ein weitergehendes Angebot nicht möglich ist. Im Haupt- und Finanzausschuss des Rates der Stadt Münster wurde am 29. Oktober 2014 einstimmig beschlossen, keinen zeitlich begrenzten Sondertarif für Stromkosten einzurichten. An diesen Beschluss unserer Eigentümervertreter sind wir gebunden.

Ihnen und Ihrer Familie noch einen schönen Sommer.

Mit freundlichen Grüßen

(…)
Dieses sogenannte „Angebot“ ist aus Sicht der Bürgeriniative nicht hinnehmbar.

2. Mai 2015:
Am 27. April 2015 hat mit den Stadtwerken ein Gespräch stattgefunden. Das vorläufige Ergebnis ist, dass man den betroffenen Bürgern bis spätestens Ende Mai 2015 ein
kulantes Angebot unterbreiten will.

21. April 2015:
Die BI erhält neue Terminvorschläge für das Gespräch und stimmt für den 27. April 2015 zu.

7. April 2015:
Der für heute nachmittag geplante Termin wird von den Stadtwerken am Vormittag zum dritten Mal (!) wegen Erkrankung  abgesagt. Unsere zur Verbereitung des Gesprächs wiederholt gestellte Frage nach dem ereignisbedingten Strommehrverbrauch wurde bisher leider nicht beantwortet.

11.3.2015:
Das Gespräch ist nun für den 7. April 2015 eingeplant.

9.3.2015:
Der Termin wird von den Stadtwerken erneut wegen Erkrankung abgesagt.

3.3.2015:
Das Gespräch ist nun für den 9. März 2015 eingeplant.

23.2.2015:
Der Termin wird von den Stadtwerken wegen Erkrankung abgesagt.

1.2.2015:
Nach langem Ringen haben sich die Stadtwerke bereit erklärt, mit der Bürgeriniative am 24. 2.2015 zu sprechen. Der Kaufmännische Geschäftsführer lehnt eine eigene Teilnahme an diesem Gespräch bisher leider ab.

27.10.2014:
Die BI antwortet auf das Schreiben der Stadtwerke mit folgendem Inhalt: (…), die von Ihnen vorgetragenen Begründungen gegen einen Sonderstromtarif für Unwettergeschädigte sind insgesamt leider nicht schlüssig, weil:

    1. die Behauptung, ein Rabatt würde zu einer Kürzung der Ausschüttung an die Stadt Münster führen, betriebswirtschaftlich nicht plausibel ist, da die Stadtwerke durch den unwetterbedingten Mehrverbrauch mehr Umsatz machen und bei einem Rabatt nur den Profitanteil dieses Mehrumsatzes etwas reduzieren müssten – das ginge aber nicht zu Lasten der anderen Verbraucher und würde auch nicht zu einer Belastung des städtischen Haushalts führen. Vielmehr führt der vermehrte Stromverbrauch gerade zu einer höheren Abführung an Ihren Gesellschafter, was diesen sicher freuen wird. Das betriebswirtschaftliche Kalkulieren eines Stromtarifs bedingt auch keinen Ratsbeschluss – das ist eine freie unternehmerische Entscheidung der GmbH.
    2. die von Ihnen benannte Nachweisproblematik unbegründet ist, da jeder betroffene Bürger in der Lage ist, seinen Schaden unzweifelhaft nachzuweisen. Es ist auch nicht plausibel, dass ein Missbrauch vorkommen könnte, da derart hohe Verbräuche unter normalen Umständen nicht erreicht werden. Bitte beachten Sie, dass einzelne Haushalte für die Gebäudetrocknung innerhalb eines Monats leicht € 2.000,- bis € 3.000,– zusätzlich verbrauchen bzw. verbraucht haben. Es ist nicht davon auszugehen und völlig unlogisch, den nicht vom Hochwasser betroffenen Kunden zu unterstellen, dass diese ihre Wohnungen und Häuser im August und September 2014 mit elektrischen Geräten beheizt hätten, nur um von einem Stromrabatt für einen nicht notwendigen und vor allem von ihnen zu bezahlenden Verbrauch zu profitieren.
    3. Sie sagen, dass der durch Bautrockner verbrauchte Strom unter Umständen „bereits“ durch Sachversicherer erstattet worden seien. Gerade das würde die genaue Erfassung des abzurechnenden Verbrauchs und die Mitwirkung der Stadtwerke Münster GmbH bedingen. Wie soll das funktionieren, wenn Sie uns andererseits erklären möchten, dass Sie Sondertarife nur unter dem Aufwand von Schulungen und großen IT-Umstellungen möglich seien. Diese differenzierte Abrechnungsmöglichkeit besteht für Industrieabnehmer doch auch – nutzen Sie bitte Ihre Erfahrungen aus diesem Bereich. Im Übrigen ist es so, dass die Trocknung in den meisten Fällen von Fachfirmen durchgeführt wurden, die die Zählerstände dokumentiert haben. Auch sind die Geräte selbst überwiegend mit eigenen Zählern ausgestattet, so dass eine Verbrauchserfassung einfach möglich ist.
    4. sich die von Ihnen bereits im Vorfeld unterstellten Missbrauchsfälle nicht von denen, die Ihnen möglicherweise durch die übliche Selbstablesung der Zähler durch Ihre Kunden auch entstehen könnten, unterscheiden. Warum wollen Sie Ihren Kunden in dieser Sondersituation auf einmal das sonst übliche und praktizierte Vertrauen entziehen?

Zusammenfassend müssen wir Ihnen leider sagen, dass die von Ihnen vorgebrachten Begründungen für eine Ablehnung nicht einmal ansatzweise überzeugend sind, so dass wir Sie erneut freundlich bitten möchten, uns mitzuteilen, wie Sie den Sondertarif für die vom Hochwasserereignis betroffenen Kunden der Stadtwerke Münster GmbH analog zu Ihren Industriekunden, deren Verbräuche zumindest temporär erreicht werden, gestalten möchten.
Gerne sind wir auch bereit, im persönlichen Gespräch mit Ihnen gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und bitten Sie deswegen freundlich um Ihren Terminvorschlag für ein klärendes Gespräch.

26.10.2014:
Die Stadtwerke antworten und weisen den Wunsch nach einem Sondertarif mit umfangreichen Erklärungen zurück.

22.09.2014:
Die BI schreibt die Stadtwerke offiziell an und bittet um die Einräumung eines Strom – Sondertarifs für betroffenen Kunden.

02.09.2014:
Die Stadtwerke Münster GmbH lehnen eine Sondertarif mit dem Hinweis ab, dass mit individuellen Preisnachlässen oder Sonderkonditionen für „Trockenstrom“ die anderen Kunden belastet würden.

26.08.2014:
Der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Münster GmbH erhält die Information, dass die BI einen Sondertarif für die betroffenen Stromkunden wünscht und sagt zu, das Thema mit der Geschäftsführung der Stadtwerke Münster GmbH zu besprechen.

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